Yogasutra Patanjali (1: 5 – 11)

वृत्तयः पञ्चतय्यः क्लिष्टाक्लिष्टाः॥५॥
vṛttayaḥ pañcatayyaḥ kliṣṭā akliṣṭāḥ [ ] ||1.5||
Die Erschütterungen sind von 5-facher Art: Schmerzvoll oder Heilsam

प्रमाणविपर्ययविकल्पनिद्रास्मृतयः॥६॥
pramāṇa-viparyaya-vikalpa-nidrā-smṛtayaḥ ||1.6||
Rechte Wahrnehmung, falsche Wahrnehmung, Konzeptbildung (Denken), Schlaf und Gedächtnis / Erinnern

प्रत्यक्षानुमानागमाः प्रमाणानि॥७॥
pratyakṣānumānāgamāḥ pramāṇāni ||1.7||
Bei der rechten Wahrnehmung erzeugt Sinnes-Kontakt Interferenzen mit rechtem Wissen/Weisheit

विपर्ययो मिथ्याज्ञानमतद्रूपप्रतिष्ठम्॥८॥
viparyayo mithyā-jñānam atad-rūpa-pratiṣṭham ||1.8||
Falsche Wahrnehmung erzeugt falsches Wissen, welches nicht auf der betrachteten Form basiert

शब्दज्ञानानुपाती वस्तुशून्यो विकल्पः॥९॥
śabda-jñānānupātī vastu-śūnyo vikalpāḥ ||1.9||
Sprachliches Denken / Wissen folgt Verstandespfaden (Synapsennetz) mit leeren Objekten (Äusserlich nicht vorhanden / ohne Sinneskontakt)

अभावप्रत्ययालम्बना वृत्तिर्निद्रा॥१०॥
abhāva-pratyayālambanā vṛttir nidrā ||1.10||
Tief-Schlaf-Bewusstsein ruht in der Vorstellung das Nichts existiert

अनुभूतविषयासंप्रमोषः स्मृतिः॥११॥
anubhūta-viṣayāsaṃpramoṣaḥ smṛtiḥ ||1.11||
Gedächtnis ist das Erhalten von Erfahrungen / Erinnern ist das Zurückrufen von Erfahrungen

Anmerkung:

Unser Bewusstsein ist ein komplexes Zusammenspiel von Materie und Energie, sowie des göttlichen Gewahrseins.

Patanjali stellt in diesen Sutren die grundlegenden Funktionen des Bewusstseins durch das energetische Spiel des Bewusstseins dar und legt die Grundlage der Erklärung der Worte für die Nutzung in den folgenden Sutren.

Bewusstsein ist Denken und Gefühl, von schmerzvoll bis angenehm und heilsam bis unheilsam.

Rechtes Wissen beziehen wir wenn unsere Wahrnehmung mit korrektem Wissen interferiert. Dann kann Weisheit gewonnen werden. Diese Weisheit kann durch Handlung geprüft werden und erzeugt dann wiederholbare bzw. erwartete Resultate. Korrektes Wissen können wir von weisen Lehrern oder heiligen d.h. korrekten Schriften und Überlieferungen beziehen.

Bewusstsein, das mit der Wahrnehmung desynchronisiert ist basiert auf falschen Vorstellungen, die von körperlichen Defekten, falsch Gelerntem oder falscher Wahrnehmung ausgehen. Dies erzeugt falsches Wissen und damit eine falsche Vorstellung über die Wirklichkeit.

Wenn wir sprachlich denken spielen wir im Geist mit Objekten, die nicht vorhanden sind bzw. leer sind. Dieses Denken basiert auf linguistischem Wissen, das wir aus unserer Erfahrung beziehen. Wir können jedoch auch mit anderen Vorstellungsobjekten denken. Alle unsere Sinne können Objekte der Vorstellung erzeugen: Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen. Unser Verstand kann daraus ein phantastisches Vorstellungsspiel generieren.

Im Tiefschlaf ruht unser Bewusstsein in der Vorstellung des Nichts. Im Traum spielt es mit den Vorstellungsobjekten bzw. geht auf eine göttliche Reise, die ev. später in den Anmerkungen diskutiert wird.

Das Gedächtnis ist ein Speicher, der Erfahrungen erhält. Jedoch soll hier angemerkt werden, dass die Betrachtung des Gedächtnisses noch vertieft werden kann.

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- Dipl. Ing. Electronics - Enterprise IT-Architect - Ashtanga Yogi - Scholar of Buddhismus - Philosoph - Seeker of the absolute Truth of Reality

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