Aristoteles und die Tugendethik

Aristoteles beschäftigte sich mit den Fragestellungen der Moral und der Tugendhaftigkeit. Nachfolgend wird eine kurze Zusammenfassung der Sichtweise Aristoteles gegeben.

Moral ist Sitte, Gewohnheiten oder Gebräuche eines Individuums oder einer Gesellschaft.

Die Ethik beschäftigt sich mit den Fragestellungen:

  • Was ist moralisch richtig und was ist falsch?
  • Was ist gut und was ist böse?
  • Was ist Gerechtigkeit?

Die Tugend ist eine wertvolle Eigenschaft eines Menschen. Die Tugendethik des Aristoteles beschäftigt sich mit der Fragestellung welche Eigenschaften eines Menschen moralisch wertvoll sind.

Aristoteles unterscheidet Charaktertugenden und Vernunfttugenden, da der Mensch im Gegensatz zu den Tieren Vernunft begabt ist und seinen Charakter selbst formen kann.

Bei den Chartertugenden stellt er fest, das weder ein Übermaß an Emotion, noch die Teilnahmslosigkeit einen guten Charakter ausmachen. Hier gilt es ein Mittelmaß zu finden um einen guten menschlichen Charakter zu bilden. Die Charaktertugenden teilt er in 10 Grundtugenden ein, deren Mittelmaß zu finden ist:

  • Tapferkeit: Mitte zwischen feige und leichtsinnig
  • Besonnenheit: Mitte zwischen zügellos und stumpf
  • Freigiebigkeit: Mitte zwischen geizig und verschwenderisch
  • Hochherzigkeit: Mitte zwischen kleinlich und protzend
  • Ehrbewusstsein: Mitte zwischen ehrsüchtig und ehrgeizlos
  • Seelengröße: Mitte zwischen aufgeblasen und niedersinnig
  • Sanftmut: Mitte zwischen zornmütig und zornlos
  • Freundlichkeit: Mitte zwischen streitsüchtig und anbiedernd
  • Wahrhaftigkeit: Mitte zwischen prahlerisch und tiefstapelnd
  • Artigkeit: Mitte zwischen possenreißerisch und steif

Die Gerechtigkeit bezeichnet er als besondere Tugend die keine Mitte aus zwei Übeln hat, sondern immer gut ist.

Die Vernunft- oder Verstandestugenden des Menschen ordnet er nach:

  • Wissen (episteme);
  • Einsicht (nous)
  • Weisheit (sophia);
  • Kunst (techne)
  • Klugheit (phronesis)

Jedes Wesen strebt danach glücklich zu sein. Glücklich ist wer ausgeglichen ist und somit wäre der Mensch Glücklich wenn er seine spezifische Funktion (Ergon), also seine Mitte zu finden ausübe.

Der Mensch lernt über die Wiederholung von Handlungen und der Beobachtung der Wirkung auf sich und seine Mitmenschen. Somit führen viele Wiederholungen von tugendhaftem Handeln dazu zu einem tugendhaften Charakter zu bilden und damit zur Glückseligkeit.

Die spezifische Funktion des Menschen ist es seine tugendhafte Mitte zu finden – das ist die Funktion des Menschen in seiner besten Form!

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- Dipl. Ing. Electronics - Enterprise IT-Architect - Ashtanga Yogi - Scholar of Buddhismus - Philosoph - Seeker of the absolute Truth of Reality

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