Yogasutra Patanjali (1: 23-29)

ईश्वरप्रणिधानाद्वा॥२३॥
īśvara-praṇidhānād vā ||1.23||
Hingabe an die heilige reine Aufmerksamkeit (Buddhanatur oder aus den Veden Ishvara)

क्लेशकर्मविपाकाशयैरपरामृष्टः पुरुषविशेष ईश्वरः॥२४॥
kleśa-karma-vipākāśayair aparāmṛṣṭaḥ puruṣa-viśeṣa īśvaraḥ ||1.24||
Ishvara ist unberührt vom Spiel des Karmas aus Anhaftung, Werden und Vergehen

तत्र निरतिशयं सर्वज्ञबीजम्॥२५॥
tatra niratiśayaṃ sarvajña-bījam ||1.25||
dadurch ist er die einzigartige Quelle der Weisheit

पूर्वेषाम् अपि गुरुः कालेनानवच्छेदात्॥२६॥
sa eṣa pūrveṣām-api-guruḥ kālena-anavacchedāt||1.26||
Er ist der ewige Guru in uns

तस्य वाचकः प्रणवः॥२७॥
tasya vācakaḥ praṇavaḥ ||1.27||
Er ist an der Silbe: „om“ zu erkennen

तज्जपस्तदर्थभावनम्॥२८॥
taj-japas tadartha-bhāvanam ||1.28||
Durch die Wiederholung dieses Klangs wird seine Bedeutung klar

ततः प्रत्यक्चेतनाधिगमोऽप्यन्तरायाभावश्च॥२९॥
tataḥ pratyak-cetanādhigamo ‚-py antarāyābhāvaś ca ||1.29||
Durch Erringung dieser geistigen Klarheit schwinden die Hindernisse

Anmerkung:

In uns wohnt eine heilige Intelligenz. Der Mensch ist ein Fahrzeug oder auch eine Raupe, die sich bei entsprechender Pflege zum Schmetterling entwickelt. Doch wer soll diese Pflege aufnehmen?

Yoga ist Selbsterziehung! Doch wer erzieht hier wen? Genau dieser Frage gehen wir nach wenn wir uns immer weiter reduzieren und unsere geistigen Aktivitäten herunterfahren. Uns auf ein Objekt oder einen Sinneseindruck konzentrieren.

Wenn wir in tiefere Meditation geraten kann es sein, dass wir die elektrische Arbeit unseres Gehirn hören. Vielleicht hast du Ähnliches schon mal bei einem alten Röhrenfehrnsehr gehört?

Ishvara geht aber tiefer … Wenn sich die geistigen Prozesse von der Beschäftigung mit Altagsproblemen, der Konzentration auf die Sinne und den energetischen Fluss legen kann es sein, das sich ein Strahlen ausbreitet, das von einem Klang begleitet ist. Ein Tasten nach der Welt … Phänomene entstehen und vergehen … Bewusstsein entsteht … Zeit vergeht … Steht … springt … Erkenntnisse blitzen auf … manches bildet Worte, anderes zieht vorbei und hinterlässt vage Erinnerungen, wie an einen Traum und verfliegt genau so schnell.

„Om“ ist ein mächtiges Mantra, das die gesamte sprachliche Klangmöglichkeit durchfährt und somit aktiviert: „Im Anfang war das Wort …“. Affirmationen und Mantras sind mächtige Hilfsmittel auf dem spirituellen Weg. Die Wiederholung gewöhnt unseren Geist an eine Tätigkeit, eröffnet uns Zeit für Intuitive Einblicke. Stell dir vor der Geist macht das Gewitter, wenn der Gewittermacher mit etwas anderem beschäftigt ist, kann dein Innerstes sich Selbst erblicken, da die Sturmwolken aufreissen.

„Om“, der mächtige Laut aktiviert den Vishudi-Kanal, den energetische Engpass zwischen Herz und Gehirn. „Om“ stimmt unser Bewusstsein auf seine Grundfrequenz in der sich die reine Aufmerksamkeit spiegelt. Dieser Zustand lässt Hindernisse schwinden … im Buddhismus wohl der Stromeintritt.

Über den Autor gwecken

- Dipl. Ing. Electronics - Enterprise IT-Architect - Ashtanga Yogi - Scholar of Buddhismus - Philosoph - Seeker of the absolute Truth of Reality

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