Diskurs zur Meditationsrunde vom Mo 15.04.2024:
„Wenn Dieses ist, ist Jenes.
Mit dem Entstehen von Diesem entsteht Jenes.
Wenn Dieses nicht ist, ist auch Jenes nicht.
Mit dem Vergehen von Diesem vergeht Jenes.“
Die Welt ist ein Spiel der Gegensätzen – eine Erfahrung der Dualität. Alle Gegensätze stehen in einem Netz von Beziehungen zueinander. Diese Beziehungen sind Bedingungen der Dualität. Die BeDingte Entstehung soll uns dazu anregen diese Gegensätze zu erforschen und die Gesetzmässigkeiten zu Durchschauen.
Wenn wir die Gesetzmässigkeiten verstehen, können wir diese zu unserem Wohlergehen, dem Wohlergehen von anderen Wesen und zum Wohle der Welt einsetzen.
Es gibt Heilsame und Unheilsame Bedingungen – solche, die zum Wohle oder zum Wehe führen. Wenn wir lernen, das diese Gegensätze nicht nur in der Welt, sondern auch in uns Wirksam sind, dann können wir mittels Sprache, Handlungen und unserer Lebensweise dafür sorgen, dass wir uns zum Guten, zum Besseren und Heilsamen zuwenden. Wir entscheiden uns fürs Gute!
Aristoteles stellte nach reiflicher Überlegung fest, das der Mensch dann in seiner besten Form ist, wenn er in der Mitte ist. Somit können wir an uns schleifen, damit unser Gemüt die Mitte findet und dort verweilt – dort ist es ruhig und der Sturm der Welt oder der Wind, den andere Verursachen trifft uns nicht mehr.
Wer die beDingte Entstehung durchschauen will, der sollte trainieren:
- Gegensätze zu identifizieren
- Zusammenhänge zu erkennen
- Ausgleich zu finden
- Beruhigen und Ruhe bewahren lernen
Trataka
Das Trataka ist eine Übung aus dem Kriya Yoga und kann zum training folgender Einsichten und Fähigkeiten genutzt werden:
- Konzentration üben
- Beruhigen des Bewusstseins
- Unbequemheiten überwinden
- Gegensätze aussen und innen beim Sehen identifizieren
Die Übung sollte mit Vorsicht und Achtsamkeit ohne in die Extreme zu verfallen ausgeübt werden. Beim Trataka fixiert man die Flamme einer Kerze ohne zu blinzeln oder die Augen bzw. den Körper zu bewegen. Nach einiger Zeit (bitte nicht bis zum Schmerz gehen) schliesst man die Augen und beobachtet das Nachbild. Die Übung kann nach 10-15 Minuten Regeneration durch Atemmeditation wiederholt werden – aber bitte nicht zu oft, da die Übung wenn man sie zu intensiv macht das Auge und das Sehbewusstsein ermüdet und dann nicht mehr den gewünschten Effekt haben kann.

Pranayama
Beim Pranayama trainiert man das Atmungssystem und das Bewusstsein zum Atmen durch eine aktive Meditation. Für das Erfahren der Gegensätze kann man zuerst eine Links Einatmung und rechts Ausatmung machen. Dann 5 Minuten Atemmeditation ohne Steuerung und Beobachten was geschehen ist. Danach Wechselt man zur rechten Einatmung und Linker Ausatmung – danach wieder Atemmeditation ohne Pranayama.
Zur Steuerung der Atmung bediene man sich der Handhaltung wie abgeblidet. Man macht die Handhaltung mit der rechten Hand. Bei der Ausführung des Pranayama nutzt man den Daumen und den Ringfinger um jeweils das rechte oder linke Nasenloch am weichen Flügel vorsichtig zuzudrücken.

Mantra: Suddhosi Suddhosi
Du bist fur immer rein. Du bist fur immer wahr.
Und der Traum dieser Welt kann dich nicht berühr’n.
Vergiss die Abhängigkeit, vergiss die Verwirrung.
Und flieg zu dem Ort jenseits aller Illusion.
Mantra – Suddhosi Buddhosi von den Love Keys
… weitere Infos zum vollständigen Text:
Das Mārkaṇḍeya Purāṇa: śuddhosi buddhosi
Anapanasati
„atme ein – atme aus – Konzentration,
atme ein – atme aus – Achtsamkeit,
atme ein – atme aus – Gewahrsein,wiederhole …
– Gerd Weckenmann
… weitere Infos zur Praxis der Atemmeditation: Atemmeditation – Einführung
