Kintsugi ist die Kunst der perfekten Imperfektion oder auch die Meisterung der Imperfektion – es ist die Akzeptanz des Wertes von Mängel in uns selbst und in den Dingen.

Die Natur ist Perfekt in ihrer Nicht-Perfektheit. Kein Baum gleicht dem anderen und doch sind alle Bäume entsprechend ihrer Bedingungen in denen sie wachsen und gedeihen Perfekt an ihre Umstände angepasst. Wenn es den perfekten Baum geben würde, dann wären alle Bäume unter den perfekten Umständen völlig identisch. Die Natur produziert in ihrer Anpassungsfähigkeit und Robustheit immer wieder Variationen des ‚einen‘ perfekten Baumes, der doch nur die Idee eines Baumes ist in einer bunten Vielheit. So entsteht aus dem Samen einer Baumart nie derselbe Baum, sondern jedes Mal wenn der Same zu einem Baum reift ein Individuum.

Ein Wesen ist …

weder besser als ein anderes,
noch schlechter als ein anderes,
noch gleicht es einem anderen

… Wesen.

– Buddha Siddhartha Gautama

Kintsugi ist die Philosophie des Lebens und findet sich im Ideengut des Zen wieder, in dem die Imperfektion in ihrer Schönheit zu einer hohen Kunst erhoben wird. Das Leben hinterlässt Narben und Kintsugi hebt diese Narben in einer schönen und eleganten Art hervor – so wie auch wir die Narben unseres Lebens mit einem edlen Stolz tragen dürfen, anstatt sie verstecken zu müssen.

Unser Leben ist nicht perfekt: Wir alle haben Narben und auch immer wieder Brüche in unserem Sein. Ist es nicht besser und einfacher zu akzeptieren das unser Leben in einer unendlichen Folge in Stücke bricht und wir es doch managen zu leben?

Eine Perle entsteht dann wenn eine Muschel an einem Sandkorn fast zugrunde geht und es doch überlebt indem sie das Sandkorn veredelt und zu etwas Wertvollem und Wunderschönem umgestaltet – der Perle.

Auch wir können die Verletzungen die uns im Leben zugefügt werden in edle Narben verwandeln, die mitunter zu einem geistigen Wachstum führen – wir sind auf die ein oder andere Art reicher an einer Erfahrung und einer Überlebensfähigkeit geworden.

Darum dürfen wir die Narben als Auszeichnungen unseres Überlebens und sofern wir dabei unser Wesen veredelt haben als Schmuck unseres Geistes in edler Würde vorzeigen.

„Do not fear perfection, you will never reach it.“

– Salvador Dali

Über den Autor gwecken

No words can describe anyone, but let's use some to make an imprint: Seeker of the absolute Truth of Reality, Yogi, Dish-Washer, Philosopher, Scholar of Buddhismus and Tantra, Son, Author, Enterprise IT-Architect, Bodhisattva, Student and Teacher, Dipl. Ing. Electronics and first and foremost a friend.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: