Gedanken zur Gedankenlosigkeit

Es ist ein Paradox darüber nach zu denken wie der Geist dazu gebracht werden kann keine Gedanken zu produzieren. Es ist ein Kampf des Geistes gegen seine krankhafte Gewohnheit sich in sich selbst zu verstricken.

Nirwana und Nibbana

Nirwana ist Wahnfreiheit (Nix–Wahn) und Nibbana auch Ungebanntheit (Nicht–Gebannt–Sein).

Samadhi

Samadhi ist Geistessammlung, ist Einfälltigkeit, ist Stille, ist Versenkung und höchste Konzentration. Aus dieser Stille folgt die absolute Erkenntnis des Seins gleich dem Berg, der sich nun im ruigen See des Bewusstseins widerspiegelt.

Die zentrale Frage

Die Frage, die zum eigenen Erkennen führt lautet:
„Wie kann ich inmitten des Sturmes der Welt meinen Geist zur Ruhe bringen?“

Geistesaktivität und dessen Antriebe

Die Geistesaktivität setzt sich aus bewussten und unbewussten Vorgängen zusammen.

Der Strom der Informationen über die Welt, den wir über die Sinnesorgane wahrnehmen, unsere inneren bewussten und unbewussten Verarbeitungsvorgänge und unsere Reaktion darauf ist ein Teil unserer Geistesaktivitäten.

Wir nehmen über unsere äußeren Sinne die Welt meist nicht komplett wahr, da wir durch die Zielgerichtetheit unseres Willens oder Ablenkungen die Aufmerksamkeit unsers Bewusstseins nur auf einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit richten.

Zudem interpretieren wir die Sinnesinformation entsprechend unserer Gefühlsstimmung. Wir setzen die Informationen in sinnvolle, kausale Zusammenhänge entsprechend unserer Erfahrungen und der Qualität unseres Verstandes.

Auch der menschliche Körper hat Eigenarten, die uns die Welt auf eine ganz bestimmte Art wahrnehmen lassen. Wir sind geprägt durch die Körperform.

Durch die persönlichen Prägungen die Welt subjektiv wahr zu nehmen, teilen wir die Wirklichkeit in ICH und Welt. Das Bild welches wir dem Akteur zuschreiben nennen wir Ich und das was ausserhalb unseres Körpers ist interpretieren wir als passive, reagierende Umwelt.

Die Mechanismen, wie es in diesem Geflecht von Abhängigkeiten im Zusammenspiel mit einer Situation zu einer Reaktion unseres Geistes und ev. zu einer Handlung kommt bleibt uns im Detail verborgen.

Festhalten können wir die folgenden Gruppen von Einflüssen:

  • Sinneswahrnehmung
  • Gefühlsstimmungen
  • Konzentration und Aufmerksammkeit
  • Gedankenwelt: Selbstbild, Ich-Identifikation, Weltbild
  • Einfluß der Körperformation
  • Geistesaktivitätsmuster: Bewusstsein und Unterbewusstsein
  • Wille, Intressen und Wünsche

Dünkel der Selbsterkenntnis

Alle zuvor genannten Gruppen können Störungen und Verborgenes (Dünkel) beinhalten:

  • Individualität der Sinne und die Gebrauchsgewohnheiten
  • Individualität des Körpers, der Genetik und Gebrauchsmuster
  • Persönliche Gefühlswelt und verborgene Reaktionsmuster
  • Individuell geprägtes Bewusstsein und Unterbewusstsein
  • Verborgene Geistesaktivitätsmuster

Wenn wir wirklich wissen wollen wer wir sind sollten wir die Lücke in der Selbsterkenntnis schließen und uns der unbewussten Seite unserer inneren Vorgänge bewusst werden.

Meditation

Dazu dienen die Meditationsübungen; sie sind Wege unsere Gewohnheiten zu durchschauen.

Meditation kann somit als Technik zur Geistessammlung und damit als Türöffner zum Samadhi gesehen werden.

Wenn wir Meditieren wollen wir den Geist konzentrieren und ihn gleichzeitig ruhig machen, damit wir die feinen inneren Vorgänge beobachten können. Das Instrument zur Beobachtung und das Beobachtete ist der Geist selbst.

Selbstbeobachtung

Nun scheint das ein Paradox zu sein! Wie soll etwas sich Selbst beobachten?

Dieser scheinbare Widerspruch kommt daher, das wir üblicherweise die Geistesregungen, wie z.b. Gedanken und Gefühle als uns Selbst sehen.

Wenn du dich in einem Spiegel betrachtest kommst du nicht auf die Idee, das Spiegelbild seist du Selbst.

Wieso nehmen wir uns im Spiegel des Geistes als die Bewegung des Geistes wahr?

Geist- und Herzberuhigung

Die Antwort ist so einfach: Aus Gewohnheit und Verwirrung!

Wie können wir diese Gewohnheit ablegen und uns aus dieser Verwirrung befreien?

Ähnlich, wie man eine Sucht besiegt: Durch Ausnüchterung und Läuterung!

Wenn wir uns zur Meditation setzen tun wir dies unter Ausschluss möglichst vieler Störquellen. Wir wählen einen bequemen, stabilen Meditationssitz an einem ungestörten Ort, minimieren den Sinnesinput durch schließen unserer Augen und versuchen unseren Geist von den täglichen Beschäftigungen zu entlasten.

Aus Gewohnheit wird der Geist anfänglich träge oder rebelliert wenn er keinen der üblichen Reize bekommt. Wir nehmen Anfangs das Echo der Welt in unserem Geist wahr.

Mit zunehmender Übung setzen sich die alltäglichen gewohnten Gedankengänge und wir beginnen Nuancen unserer inneren Welt zu registrieren.

Der Geist ist gefärbt durch limitierende Selbstvorstellungen, die durch Sinnesbeobachtung gewonnen wurde und spiegelt daher nur die Hälfte der Wirklichkeit wider.

Die innere Welt besteht aus dem Spiel der Materie in unserem Körper, den damit zusammenhängenden Gefühlen, den Sinnesreizen und den damit zusammenhängenden Wahrnehmungen und Gedankengängen als auch den grundlegenden Geisteshaltungen. Innerhalb dieses Spektrums sind, bei entsprechender Konzentration und Aufmerksamkeit individuelle Muster (khandha) und universellen Gesetze (Damma) erkennbar.

Hindernisse beseitigen

  1. Die Herausforderung ist es zuerst Körper und Geist zur Ruhe zu bringen.
  2. Die zweite Herausforderung ist es nun die Konzentration immer höher zu entwickeln.
  3. Die dritte Herausforderung ist es sich soweit zu öffnen, das ungewohntes wahrgenommen wird.
  4. Die vierte Herausforderung ist es von dem loszulassen was bisher als der Akteur geglaubt wird: Das Ego und den Perspektivenwechsel geschehen zu lassen.

Diese vier Stufen sind Verwand mit den Jahnas – Diese bestehen aus folgenden Prozesselementen unter Wegfall des jeweils ersten Elementes des Vorgängers:

  1. Willentliche Beruhigung von Körper, Herz und Geist, Gedanken erfahren, Freuden- und Gleichmutphasen unter Aufblizen von Erkenntnis
  2. Weitere Desidentifikation von den Gedanken, Freuden- und Gleichmutphasen dehnen sich aus und die innere Sicht beginnt sich zu klären
  3. Gedankenstille beginnt einzutreten, Freude und Gleichmut stabilisieren sich und es beginnt eine Desidentifikation vom Ego
  4. Desidentifikation vom Ego geschieht und die Einheit von Herz und Geist etabliert sich

Wissen und Weisheit

Wenn du lange genug in die innere Dunkelheit starrst kann es passieren, das die Leere zurück starrt: Dann weist du!